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Neophobie - Die ultimative Anleitung, sich dem Digitalen Hype zu widersetzen

Ihr Unternehmen läuft schon seit langer Zeit richtig gut. Ihre Produkte haben eine tolle Qualität, die Umsätze stimmen. Sie sehen überhaupt keine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern. Während andere sich Gedanken machen, wie sie morgen auch noch erfolgreich sind, halten Sie an Bewährtem fest. Innovationen kommen und gehen, das war schon immer so. Es ist nicht einfach, sich heute nicht mit den Themen Digitale Transformation, New Work, Home Office oder Industrie 4.0 auseinanderzusetzen. Ich zeige Ihnen heute, wie es Ihnen dennoch gelingt.

1. Ignorieren Sie alle Artikel zu diesen Themen.

Der erste Punkt ist einer der wichtigsten und zugleich einer der schwersten. Diese Hype-Themen findet man leider überall. Hier muss man ziemlich aufpassen! Denn es besteht die Gefahr, dass man am Ende doch noch davon überzeugt wird, dass Digitalisierung und Co. einen selbst betreffen. Dabei wissen wir doch alle, dass alles nur von Beratern und IT-Firmen und deren Marketingabteilungen erfunden ist. Selbst die Regierung ist schon darauf hereingefallen und hat eine Digitale Agenda ausgerufen. Seien Sie also unbedingt konsequent: Webseiten wegklicken, Nachrichten auf stumm schalten und in der Zeitung schnell weiterblättern. Denn wer sich nicht informiert, wird auch keine Innovationen vorantreiben wollen.

2. Sorgen Sie dafür, dass die Mitarbeiter jeden Tag ins Büro kommen.

Sie haben Ihre Arbeitsabläufe schon lange erfolgreich in Ihrem Unternehmen etabliert, es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern. Vielleicht erleben auch Sie Anfragen von Bewerbern zu den Themen Home Office oder Flexible Arbeitszeitmodelle. Verneinen Sie diese Anfragen unverzüglich. Die Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeiter geht Sie überhaupt nichts an, das können die in der Freizeit machen. Jüngere Generationen kommen immer wieder mal mit neuen Wünschen und Ideen. Wenn sie unbedingt bei Ihnen arbeiten wollen, dann werden sie sich anpassen.

3. Das Wort „agil“ sollte Ihnen egal sein.

Sie lesen ja keine Artikel mehr, aber vielleicht haben Sie schon mitbekommen, dass die Innovationszyklen immer kürzer werden. Manche Unternehmen setzen daher auf schnelle, agile Teams, um die digitale Agenda voranzutreiben. Das macht für Sie natürlich keinen Sinn. Bei Ihnen findet keine Veränderung statt, deshalb verschwenden Sie keinen weiteren Gedanken daran. Somit vermeiden Sie gleichzeitig, sich Gedanken um Ihren Führungsstil machen zu müssen.

4. Sie sind der Experte, nicht das Team

Ihre Mitarbeiter kennen sich in ihrem Spezialgebiet manchmal besser aus als Sie – zumindest denken die das. Deshalb kommen die manchmal mit Ideen, wie man mit neuen Technologien dieses oder jenes besser machen könnte. Aber denken Sie daran: Sie sind der Chef und wissen immer am besten Bescheid. Verhindern Sie also zu viel Selbständigkeit und bleiben Sie alleiniger Entscheider. Auch wenn Entscheidungen länger dauern und Sie stark in alle Prozesse eingebunden sind: es lohnt sich.

5. Vermeiden Sie neue Technologien

Natürlich benötigen auch Sie in der heutigen Zeit einen Computer. Und ja, die Geschäftspost erledigen Sie per E-Mail. Auch andere Dinge werden nicht mehr auf Zettel geschrieben – man könnte meinen, die Digitalisierung hätte auch schon bei Ihnen Einzug gehalten. Aber bloß nichts Neues mehr dazu kommen lassen. Nur wenn es sich absolut nicht mehr vermeiden lässt, weil alle anderen bereits auf den Zug aufgesprungen sind. So sind Sie ganz sicher nicht der Erste am Markt.

6. Vernetzen Sie sich nicht mit ihren Geschäftspartnern

Sie sind bisher gut alleine klargekommen, dann brauchen Sie auch jetzt keine Vernetzung. Internationale Unternehmen werden schon verstehen, dass Sie die neue Schnittstelle mit automatisierten Abläufen nicht wollen. Die kennen doch die Qualität Ihrer Produkte und das wird auch in Zukunft reichen, um mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

7. Ihre Daten haben nichts mit dem Geschäftsmodell zu tun.

Ihr Unternehmen produziert eine Menge Daten, das kann man gar nicht verhindern. Bitte suchen Sie auf keinen Fall nach Möglichkeiten, diese Daten für Ihr Geschäft zu nutzen. Machen Sie daraus keinen neuen Kundenservice und denken Sie vor allem NIEMALS darüber nach, ob Ihr Geschäftsmodell für die Zukunft gerüstet ist. Sonst sind Sie am Ende vielleicht auch der größte Taxidienstleister der Welt, ohne ein eigenes Taxi zu besitzen.

8. Glauben Sie keine Erfolgsgeschichten Ihrer Konkurrenz.

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass man mit tollen Geschichten der Konkurrenz konfrontiert wird. Zum Beispiel bei geschäftlichen Abendessen. Aber keine Angst, die anderen versuchen nur, sich zu profilieren. Sie haben Zeit und Geld verschwendet und sich irgendeinen Digitalisierungsquatsch ausgedacht. Und das versuchen sie jetzt als Erfolg zu verkaufen. Bleiben Sie vor allem dann ganz ruhig, wenn sich die neue Idee gar nicht so verkehrt anhört. Sie wissen doch, es ist alles nur Hype.

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und hoffe, meine Tipps helfen Ihnen weiter. Und wenn diese Anleitung zu spät für Sie kommt, melden Sie sich gern bei mir.
Vielleicht kann ich ja etwas für Sie tun ;-).

 

Ihre Sandra Boldt

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