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Scheitern kann passieren – aber doch bitte mit System

Ich habe in der letzten Zeit viele Einladung zu Veranstaltungen bekommen, die sich „F*ck-Up-Night“ oder so ähnlich nannten. Es ging auf jeden Fall um Geschichten vom Scheitern. Gründer – also ehemalige Gründer – erzählen davon, wie sie mit ihrer Geschäftsidee baden gegangen sind.

Mir sind bei diesen Geschichten verschiedene Dinge aufgefallen: Manche Ideen waren – wie drückt man das jetzt geschickt aus – wenig erfolgsversprechend. Mies. Sinnlos. Ganz ehrlich, ich habe mich manchmal gefragt: Wie kamen die Gründer denn bloß auf die Idee, dass man damit Geld verdienen kann? Das muss doch mal irgendwann jemandem aufgefallen sein, dass das keiner kaufen wird. Andererseits gab es viele Ideen, die echt gut klangen, die aber in der Umsetzung richtig schiefliefen.

Und mir ist noch etwas aufgefallen: Die Geschichten waren oft wirklich interessant und man hat richtig mitgelitten. Manchmal hat man sogar gehofft, die Geschichte würde gut ausgehen… Aber: Was soll ich denn jetzt daraus gelernt haben? Würden dieselben Gründer nicht beim nächsten Mal wieder genauso scheitern? Was würden sie anders machen, was nehme ich als Konsequenz für mich mit? Leider wenig. Genau das hat mein Interesse geschürt.

Ein lieber Kollege hat mir gerade einen Link zu einem Artikel geschickt: Wir brauchen eine Fehlerkultur. Wenn wir weiter kommen wollen, müssen wir die Angst verlieren, Fehler zu machen. Wir brauchen „F*ck-Up-Nights“. Ich widerspreche – nicht ganz, aber doch deutlich. Ja, gerade in dieser heutigen schnellen Zeit sind Veränderungen und Innovationen wichtig. Und natürlich gehört auch Scheitern dazu, wenn man neue Wege geht. Was mir aber in dieser Diskussion um "Mut zum Fehler" fehlt ist ein System. Es kann ja schließlich nicht ums Scheitern an sich gehen. Oder war das das Ziel der Gründer? Bestimmt nicht. Wollten sie Zeit und Geld verschwenden? Ganz bestimmt nicht! Wenn also schon mit einer Idee scheitern, dann bitte so früh wie möglich.

Das System ist vom Grundsatz her nicht schwer: Man muss gute Ideen von schlechten Ideen trennen können. Ist eine Idee schlecht – weg damit. Ist sie gut – weitermachen. Doch woran erkennt man denn eine gute Idee? Die Antwort ist unglaublich simpel: Eine Idee ist grundsätzlich gut, wenn man damit Geld verdienen kann. Würden Kunden Geld für Ihre Idee ausgeben? Dann unbedingt weitermachen. Gibt es Ausschlusskriterien, die die Umsetzung unmöglich machen? Wenn ja, ist an dieser Stelle Schluss. Wenn nein, geht es weiter. In der Umsetzung arbeiten Sie mit Prototypen, die Sie immer wieder früh am Kunden testen können. Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag zum Thema „Lean Startup“ und „Prototyping“.

Wichtig an der Systematik ist, es werden sehr früh die Momente erkannt, an denen man Schluss machen sollte. Wir haben sie liebevoll „Steckermomente“ getauft. Ziehen Sie den Stecker, bevor Sie eine Menge Zeit und Geld verbrannt haben. Wenn Sie dann auf „F*ck-Up-Nights“ gehen und Ihre Geschichte vom Scheitern erzählen, dann ist sie wahrscheinlich unglaublich langweilig, weil sie echt kurz ist und mit wenig Leid verbunden: „Ich hatte da eine Idee, hab gemerkt, dass sie nur in meinem Kopf toll klang und hab sie verworfen.“ Oder Sie gehen nicht mehr auf „F*ck-Up-Nights“, sondern werden künftig nur noch von Erfolgen erzählen.

Gerade im Bereich der Digitalen Transformation wurde viel Unsinn getrieben und es werden Lösungen geschaffen, die niemand braucht. Wahrscheinlich aus einer Begeisterung für die tolle Technik heraus. Beispiele verkneife ich mir an dieser Stelle, will ja nicht gemein sein. Aber brauchen Sie Nassrasierer, die internetfähig sind? Mit einer richtigen Systematik hätten Sie erkannt, dass das niemand kauft. Dieser Ansatz fließt in unsere Beratung immer mit ein. Wir verkaufen unseren Kunden keine Software, die er nicht braucht, sondern wollen, dass Unternehmen erfolgreich bleiben.

 

Viel Erfolg mit Ihren Vorhaben

Ihre Sandra Boldt

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