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Was uns bewegt...


Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ich bin ja Wirtschaftsinformatikerin. Und nebenbei auch Mutter von drei Kindern. Oder anders herum. Ich freue mich immer zu lesen, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie heute überhaupt kein Problem mehr ist. Man muss ein wenig hier organisieren und dort flexibel sein und es eben einfach wollen, dann geht das alles.

Im Bekanntenkreis habe ich oft Fragezeichen auf der Stirn gesehen, wenn ich von meiner "Doppelbelastung" – wie dies gern bezeichnet wird – erzählt habe. Und auch die Arbeitswelt hatte wohl die Artikel "Wir brauchen Frauen und Mütter in MINT-Berufen" noch nicht gelesen. Ich kann die Bedenken mancher Arbeitgeber sogar verstehen. Was ist, wenn die Kinder krank werden? Oder wenn ein Kindergarten- oder ein Schulfest drohen. Dann fällt SIE doch immer aus!

Was soll ich denn nun glauben? Den Berichten oder meiner Wahrnehmung? Ich glaube, an beidem ist etwas dran. Entscheidend ist neben der eigenen Einstellung die Unternehmenskultur. Wenn die nicht passt, ist purer Stress für Eltern vorprogrammiert. Dass das alles sehr gut laufen kann, sieht man bei uns. Angefangen von einer weiblichen Geschäftsführerin über Kolleginnen im Consulting und in der Softwareentwicklung bis hin zu mir im Vertrieb – überall Frauen mit zum Teil kleineren Kindern. Sogar etwas ganz Exotisches haben wir hier: einen Vater, der in Teilzeit arbeitet, weil er ebenfalls seine Kinder betreut. Niemand hat mich bei der Bewerbung gefragt, ob und wie ich denn die Kinderbetreuung sicherstellen werde. Warum ist das so?

Das liegt zum einen an der gebotenen Infrastruktur. Wir haben hier flexible Arbeitsplätze sowie die Möglichkeit, außerhalb des Büros zu arbeiten. Das macht nicht nur für Eltern Sinn. Für Kollegen im Außendienst ist Arbeiten von anderswo zum Beispiel schon lange Normalität. Homeoffice wird hier nicht als Notlösung gesehen. Konzentriertes Arbeiten ist dort manchmal sogar besser möglich, als in einem Büro mit fünf Leuten, die ständig telefonieren. Damit das alles funktioniert und die Kommunikation nicht leidet, braucht es entsprechende IT-Technik und Tools, aber auch gewisse Spielregeln. Nach dem Motto "So viele wie nötig, so wenige wie möglich" haben wir diese als Team für uns definiert und sie funktionieren sehr gut. Zum anderen liegt es aber auch an der Führung, die unsere Arbeit an den Ergebnissen misst. Und nicht daran, wo wir die Arbeit gemacht haben. Vertrauen gehört natürlich dazu. Aber ganz ehrlich: Auch, wenn Mitarbeiter im Büro sind, kann man nicht ständig kontrollieren, womit sie ihre Zeit verbringen. Und keiner von uns ruht sich zu Hause aus – wir würden schließlich alle unsere Flexibilität und Selbstbestimmtheit riskieren. Macht keiner, würde auch Ärger von den Kollegen geben.

Noch eine Besonderheit gibt es hier: Für akute Notfälle bei der Betreuung von Familienmitgliedern ist gesorgt. SPI ist nämlich Mitglied bei der "Beruf und Familie im Hansebelt GmbH". Dort gibt es für absehbare oder auch überraschende Engpässe eine Notfallbetreuung. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich hier https://www.buf-ih.de/ darüber informieren.

Klar, manchmal hab ich natürlich Stress mit dem "Unter-einen-Hut-bekommen". Aber das habe ich mir schließlich auch so ausgesucht und wäre anders auch gar nicht glücklich. Unter uns: So ein Beruf ist ein total guter Grund, um nicht an jeder Kindergarten- oder Schulaktion teilnehmen zu müssen. "Tut mir leid, ich muss da arbeiten…" - aber auf keinen Fall weitersagen!

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Wir lesen uns!

Ihre Sandra Boldt.

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